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InnoTrans Blog

Schienenfahrzeuge: in guten Händen

April 2022

Schienenfahrzeuge: in guten Händen
Foto: Messe Berlin GmbH

Alle Züge müssen regelmäßig gewartet werden, um zuverlässig ihre Dienste tun zu können. Die Wartung muss nicht bei den Herstellern direkt erfolgen, sondern kann auch bei einem Dienstleister durchgeführt werden, der eine herstellunabhängige Überprüfung der Schienenfahrzeuge anbietet.

TMH Germany, ein Unternehmen innerhalb der internationalen TMH Group, bietet solche herstellerunabhängigen Wartungen im bayerischen Langweid am Lech an. Dazu brauchte es seitens TMH Germany die Bereitschaft, langfristig zu investieren und die volle Verantwortung für den Bau und die Verwaltung des Betriebswerks zu übernehmen. Betreiber haben dafür meist nicht ausreichende Kapazitäten. Daher wurde in Langweid für über 45 Millionen Euro eines der modernsten Instandhaltungswerke Europas errichtet, in dem das Know-how der TMH- Gruppe aus über 100 Wartungswerkstätten gebündelt wird.

Moderne Ausstattung für die digitale Zukunft

Das Betriebswerk ist mit modernsten Werkzeugen ausgestattet, einschließlich eines Messgeräts zur Erfassung von Daten, um die Intervalle zwischen der Reprofilierung von Rädern und anderen Werkzeugen zu verbessern. Die digitalen Arbeitsabläufe werden in den Mittelpunkt der Instandhaltungsaktivitäten gestellt; zentral ist dabei das Modell eines echten digitalen Zwillings, das eingeführt wird. Durch robuste Prozesse mit Fokus auf prädiktive Wartung bieten wir nicht nur das Know-how beziehungsweise die technischen Möglichkeiten, die bereits auf dem Markt verfügbar sind, sondern ermöglichen zudem, für künftige Bedürfnisse vorzudenken.

Mit der eigens entwickelten Amigo- Plattform (Asset Management Integrated Global Organisation), auf Basis der Boom Rail Solutions Software, die auch auch von anderen europäischen Bahn- betreibern genutzt wird, werden der Planungsprozess und die Einführung eines zustandsbezogenen Instandhaltungssystems unterstützt.

Vollständige Inbetriebnahme 2022

Anfang Dezember 2021 wurde der erste Teil des Betriebswerks aufgenommen – Go-Ahead Bayern bringt als erster Auftraggeber seine aus insgesamt 280 Triebwagen bestehende Elektroflotte im Rahmen eines Zwölfjahres-Wartungsvertrags nach Langweid. Für jedes Fahrzeug der Go-Ahead-Flotte wird ein digitaler Zwilling erstellt, mit dem der Zustand jeder Komponente überwacht und analysiert werden kann, bevor der Zug im Betriebswerk eintrifft.

Terence Watson, Senior Vice President Europe von TMH, blickt optimistisch in die Zukunft, da viele etablierte Bahnbetreiber nach einem zukunftsfähigen Modell für ihr Wachstum suchen. Sie bräuchten mehr Vielseitigkeit, schnellere Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen, neue Denkweisen. „Da kommen wir mit unseren gezielten Investments in Instandhaltungsanlagen ins Spiel!“ Man habe die europäische Präsenz mit einem neuen hochmodernen Instandhaltungszentrum in Deutschland verstärkt. Nach der vollständigen Inbetriebnahme im kommenden Sommer wird das Betriebswerk über eine Kapazität von 200.000 Wartungsstunden pro Jahr mit gut 70 Mitarbeitern verfügen und bietet weiteren Betreibern die Möglichkeit, ihre Schienenfahrzeuge dort instandhalten zu lassen.