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Metro Sydney: Rekordprojekt in Australien

August 2021

Metro Sydney: Rekordprojekt in Australien
Tunneldurchbruch mit Herrenknecht-TBM unter dem Hafen von Sydney

In Sydney entsteht das erste Metro-Netz Australiens. Die erste Linie der „Sydney Metro“ nahm erst vor rund zwei Jahren ihren Betrieb auf; doch schon jetzt wird an einer Verlängerung durch die Innenstadt gearbeitet. Insgesamt sind für das Projekt schon über 30 Kilometer Doppeltunnel entstanden.

Große Pläne für Sydney: In drei Jahren soll die australische Metropole über ein 66 Kilometer langes fahrerloses Metro-System mit 31 Stationen verfügen. Bis zu 40.000 Fahrgäste pro Stunde sollen ab 2024 von den äußeren Stadtteilen besser als mit den bestehenden Vorortbahnen an die Geschäftsviertel, den Stadtkern und den Hafen angebunden werden. Der Bau der Metro erfolgt in zwei Abschnitten: Der erste ist die 36 Kilometer lange „North West Line“ (NW-Line), die von Tallawong ostwärts bis zur Station Chatwood nördlich der Innenstadt führt. Dort schließt sich die „City & South West Line“ (CSW-Line) an, die kurz nach Süden unter dem Hafenbecken, der Innenstadt und dem Geschäftsviertel entlang und anschließend über den Bahnhof Sydney Central weiter gen Westen bis Bankstown führt. Für die etwa 30 Kilometer lange CSW-Line sind die 2018 begonnenen Bohrarbeiten abgeschlossen; auf dem westlichsten Abschnitt wird eine bestehende Strecke angeschlossen. Im Innenstadtbereich wurden 15,5 Kilometer Doppeltunnel aufgefahren, zum Einsatz kamen fünf Tunnelbohrmaschinen (TBM) des deutschen Herstellers Herrenknecht. Zwei Doppelschild-TBM mit je etwa sieben Metern Bohrkopfdurchmesser arbeiteten sich von der Nordkante des Hafens nach Norden bis Chatwood durch, zwei weitere bohrten sich von Süden aus Richtung Südkante des Hafenbeckens. Die fünfte TBM, ausgestattet mit einem Mixschild, bohrte die je einen Kilometer langen Verbindungsröhren zwischen den Tunneln unter dem Hafenbecken, wo die Röhren bis zu 35 Meter unter dem Meeresboden und fast 70 Meter unter der Wasseroberfläche verlaufen. Zuständig war das australische Joint Venture Systems Connect, bestehend aus UGL und CPB Contractors im Rahmen eines 1,38 Milliarden Australische-Dollar-Vertrages. Aktuell laufen die Arbeiten zur Tunnelausstattung sowie der Bau der Haltestellen.

Die NW-Line ist bereits seit Mai 2019 in Betrieb, die 22 dort eingesetzten Alstom-Metropolis-Bahnen beförderten im ersten Jahr nach dem Start laut Regierung des Bundesstaats New South Wales rund 20 Millionen Passagiere. Rund 28 Kilometer der Strecke verlaufen unterirdisch, dazu wurden zwischen Bella Vista und Epping 15 Kilometer Doppeltunnel gebohrt. Vier 120 Meter lange und 900 Tonnen schwere Doppelschild-TBM bohrten in 16 Monaten insgesamt 30 Kilometer Tunnelröhre auf. Verantwortlich für die Tunnelarbeiten war ein Konsortium aus den Unternehmen Thiess, John Holland (beide Australien) und Dragados (Spanien). Die Bohrarbeiten für den Abschnitt hatten im September 2014 begonnen; der Vertrag für die Tunnelbohrungen und Bauarbeiten an Stationen auf der Strecke hatte ein Volumen von 1,15 Milliarden Australische Dollar.