Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

InnoTrans Blog

Europa per Nachtzug erobern

November 2021

Europa per Nachtzug erobern
Der Snälltåget bei seiner Premiere in Berlin.

Nachdem sich die Deutsche Bahn bereits 2016 aus dem vermeintlich unrentablen Nachtzuggeschäft zurückgezogen hat, teilen sich andere Anbieter den Markt. Neben den von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von und nach Deutschland angebotenen Verbindungen sind nun auch immer mehr private Eisenbahnverkehrsunternehmen aktiv.

Seit Ende Juni bis Anfang September verkehrte täglich der sogenannte Snälltåget, zur Transdev-Gruppe gehörend, zwischen Stockholm über Lund, Malmö, das dänische Høje Taastrup bei Kopenhagen und Hamburg nach Berlin und umgekehrt. Das Angebot besteht noch bis Anfang November weiter, gilt dann allerdings nicht mehr täglich. Der Alpen-Sylt-Nachtexpress der RDC Autozug Sylt GmbH fährt seit Mitte Juli bis zu BU: Innovationen aus der Elektronikzuliefererindustrie der Mobilitätsbranche viermal wöchentlich von Westerland/Sylt über Hamburg, Hannover, Frankfurt/M., Ludwigsburg bei Stuttgart und München nach Österreich (Salzburg) beziehungsweise an den Bodensee (Konstanz). Diese Verbindung soll auch bis Anfang November angeboten werden.

Weitere Nachtzugverbindungen, beispielsweise von Zürich über Köln nach Amsterdam, oder auch die Strecke Wien – München – Paris, sollen bereits im Dezember den Betrieb aufnehmen. Die Kooperation des belgischen Start Ups Moonlight Express und European Sleeper aus den Niederlanden will ab April 2022 einen Nachtzug auf der Route Brüssel – Amsterdam – Berlin – Prag anbieten, gemeinsam mit dem tschechischen Eisenbahnverkehrsunternehmen Regiojet.

Unter dem Namen Midnight Trains sollen ab 2024 von Paris aus verschiedene Nachtzüge mit dem Luxus einer Hotelübernachtung fahren, mögliche Destinationen sind laut Mitgründer Adrien Aumont Madrid, Lissabon, Porto, Mailand, Venedig, Florenz, Rom, Wien, Prag, Budapest, Berlin, Hamburg, Kopenhagen und Edinburgh.

In diesem Marktsegment wird es in den kommenden Jahren, nicht nur wegen der europäischen Klimapolitik, sicher noch einiges an Bewegung geben.