Navigation | Seiteninhalt | Zusätzliche Informationen

Seiteninhalt

InnoTrans Blog

Die vorausschauende Instandhaltung als Werttreiber

November 2021

Bild
Prädiktive Instandhaltung auf einen Blick Foto: KONUX GmbH

Weltweit sind die Betreiber von Eisenbahninfrastrukturen bestrebt, die Verfügbarkeit ihrer Gleise möglichst hoch zu halten. Dabei sehen sie sich jedoch mit extremen Herausforderungen konfrontiert: alternde Anlagen, eine abnehmende Zahl von Arbeitskräften oder steigende Kapital- und Betriebskosten. Eine der kritischsten Anlagen der Eisenbahninfrastruktur ist die Weiche. Sie ist ganz besonders maßgeblich für die Gewährleistung der Netzverfügbarkeit, verursacht sie doch rund 20 bis 30 Prozent aller infrastrukturbedingten Verspätungsminuten (KONUX Global Rail Market Analysis 2018). Außerdem gehört sie zu den Anlagen mit den höchsten Instandhaltungskosten pro Meter: Sie belaufen sich weltweit auf insgesamt bis zu 12 Milliarden Euro pro Jahr für Wartung und Ersatz. Deswegen streben Infrastrukturmanager nach mehr aussagekräftigen Erkenntnissen, die ihnen dabei helfen, Weichen effizienter und effektiver zu überwachen, zu inspizieren, zu warten und zu erneuern. Die Herausforderung besteht darin, dass die meisten der derzeit verwendeten Methoden lediglich eine Momentaufnahme des Zustands der Anlagen liefern und nur deren aktuellen Zustand erfassen. Einzelne Datenpunkte von nur wenigen Zugdurchfahrten können zu irreführenden Erkenntnissen führen und nicht zuletzt dazu, dass die Anlagen zu viel oder zu wenig gewartet werden.

SaaS-Lösung

Das von der KONUX GmbH aus München entwickelte Predictive Maintenance System für Eisenbahnweichen ist eine Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung, die IIoT-Einheiten und künstliche Intelligenz nutzt, um Netzkapazität, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz zu verbessern. Es überwacht kontinuierlich und autonom den Zustand wichtiger Weichenkomponenten wie Gleisbett und Herzstück. Das KONUX-System gibt Infrastrukturmanagern eine Prognose darüber ab, wie sich der Zustand der Weichen im Laufe der Zeit entwickeln wird, sodass sie Ausfälle verhindern und ihre Wartungsplanung optimieren können. Ende 2020 schlossen KONUX und die Deutsche Bahn den ersten langfristigen, cloudbasierten SaaS-Rahmenvertrag zur Digitalisierung von Weichen als kritische Elemente der Bahninfrastruktur ab.

Integrierte Ansätze für die Zukunft

Den Wert der Digitalisierung abzuschätzen erfordert von den Infrastrukturmanagern die Anpassung ihrer Prozesse, und zwar nicht nur, indem sie jede manuelle Messung durch ein digitales Äquivalent ersetzen, sondern auch indem sie die für die Überwachung und Wartung der Weiche erforderlichen Erkenntnisse ganzheitlich überdenken. Letztlich bedeutet dies eine Integration verschiedener Ansätze, zum Beispiel Messzüge in Kombination mit fest installierten, autonomen IoT-Einheiten, um in der Summe eine Leistungsverbesserung bei gleichzeitiger Kosteneinsparung zu realisieren, so wie bei dem hier beschriebenen System.